Wandern im Harz

Auf dem Hexenstieg von Osterode nach Torfhaus bzw. Schierke
Stefan und Felix


31.07 - 01.08.2016




Der komplette Hexenstieg
Quelle: www.wandern-im-harz.de


 

Diesmal wandert Stefan die gleiche Strecke mit Felix, die er schon im Mai mit Nico gelaufen ist.

Also für Stefan entspannter, da er die Strecke inkl. Übernachtungs- und Einkaufsmöglichkeiten schon kennt. Und jetzt soll halt auch Felix mal was tolles mit Papa allein machen.
Mit beiden Kindern zusammen zu wandern, ist noch eine "nicht so ganz entspannte Sache" da sie beide doch noch etwas an ihrem Konkurrenzverhalten arbeiten müssen :-)
Wer zwei Jungs in dem Alter hat, weiß bestimmt, was gemeint ist. Auf jeden Fall eine spannende Sache. Wie wird "der Kleine" laufen? Wie kommt er mit der Belastung klar? Nico und Felix sind sich in diesem Bereich auf der einen Seite sehr ähnlich, auf der anderen Seite aber auch wieder komplett verschieden. Mehr will ich zu diesem Thema nicht schreiben, da ja auch die Kinder hier lesen und keiner lesen soll, dass der eine besser als der andere ist. Besser kann ich eh nicht sagen, halt nur "anders". Auf jeden Fall ist es toll, mit den Kindern zu wandern. Beide sind Naturburschen, die sich gern draußen bewegen, die auch in alten kaputten Schutzhütten schlafen oder auch gern unter freiem Himmel im Wald. Und die Kilometerleistung von ca. 20 bis 25 KM am Tag, war für keinen von beiden ein Problem.
Wobei natürlich die Schmerzen spürbar waren. Aber das waren sie auch bei Papa :-)

Die Details zum Streckenverlauf spare ich mir hier, da ich sie im Urlaubstagebuch der Tour mit Nico genau beschrieben habe.

Freitag

Also Freitag ging es sehr früh los. Schon um 5:55 Uhr fuhren Stefan und Felix in Hamburg los.
Stefan hatte eigentlich das gleiche Gepäck mit, wie beim letzten Mal. Der Unterschied war nur, dass dünnere Klamotten, aber dafür zusätzlich auch kurze Sachen, Regenzeug und ein Tarp eingepackt wurden.
Denn vor der Tour im Mai war klar, dass es kein Regen geben wird. Jetzt aber war klar, DASS es Regen geben wird.
Ohne Besonderheiten erreichten die beiden den Startpunkt Osterode.


Felix hatte sich in der Nacht vor der Abfahrt mehrmals übergeben. War es die Aufregung? Der Bauch war zwar noch flau, aber von Übelkeit keine Spur. In Osterode kaufen wir Brötchen und Wurst für unterwegs und die Stempelbücher für Felix. Und dann ging es auch schon los. Ideales Wetter, warm aber wolkig. Kaum brennender Sonnenschein, so wanderten wir auf dem Hexenstieg und Felix freute sich über seinen ersten Stempel am Eselsplatz. An den Bärenbruchteichen stand unser Tagesziel, die kleine Hütte, wo wir übernachten wollten. Dort lag aber schon Gepäck, jedoch weit und breit keine Spur von den dazu passenden Menschen. Wir gingen erst mal eine Runde schwimmen und sahen dort eine Gruppe Wanderer. Nach der Abkühlung liefen wir nach Buntenbock in die bekannte Harzer-Speisekammer, um uns richtig satt zu essen. Auf dem Rückweg waren die Wanderer immer noch am See und ich fragte sie nach dem Gepäck. Ja! Es gehört ihnen. 4 Erwachsene und 3 Kinder, die in der Hütte schlafen wollen. Damit ist sie komplett belegt und bietet keinen Platz mehr für uns. Die Gruppe wollte zwar zusammenrücken, aber das wäre sehr eng und mit den 3 Kleinkindern sicher keine ruhige Nacht geworden. Also schauten wir im nahegelegenen Wald und wurden schnell fündig. Eine tolle ruhige einsame Stelle, direkt am See. Weiches Gras und Ruhe pur. Ok, es sah nach Regen aus, aber diesmal hatten wir ja ein Tarp mitgenommen. Kaum war es auf der einen Seite am Baum und auf der anderen Seite auf dem Boden befestigt, fing der Regen auch schon an. Es war sehr gemütlich, bequem unter der Plane zu liegen und dem Regen zu lauschen. Entsprechend schnell schliefen wir ein und hatten eine sehr erholsame Nacht.






 


 

Samstag

Tja, wie bereits erwartet, war es eine tolle Nacht und wir haben gut geschlafen. Es ist wunderbar, wenn man in totaler Ruhe mit Blick auf einem See aufwacht. So frühstücken wir kurz die Reste von gestern, packen unsere Sachen und wandern in aller Frühe los. Wir kommen gut voran und relativ schnell ist Altenau erreicht. Wir laufen direkt vom Berg hinab in den Ort, was wie erwartet sehr anstrengend ist und jeder Schritt kostet Überwindung. Aber die Aussicht auf "Nahrung" lässt uns unmögliches schaffen :-) Da Stefan den Weg ja jetzt kennt, laufen wir eine Abkürzung zu Heidis Schnellrestaurant und essen uns ordentlich satt. Jeder erst einmal einen XXL Burger und dann noch einen normalen Burger mit Pommes. 28 Euro im Imbiss für 1 Erw. und 1 Kind. Das ist wohl Rekord, aber Felix hat auch nicht weniger als gegessen als der Papa. Danach gab es noch ein Eis in die Hand und weiter gehts zur Touri-Info. Ein bequemes Sofa lädt zum Entspannen ein und währenddessen wird das Handy aufgeladen und das Wlan genutzt. Ideal wäre noch eine Dusche, wie viele andere Touriinfos haben, aber dafür kommen hier wohl zu wenig Rucksacktouristen und zu viele Rentner vorbei. Dann gehts weiter zum Souvenirshop, wo Felix sich einen Wanderstock aussucht und bevor wir den Berg zum Hexenstieg rauf klettern, kaufen wir noch ein wenig bei Edeka ein. Aus Altenau heraus nehmen wir einen anderen Weg, der zum Hexenstieg führen soll. Er ist schöner, da er über weite Wiesen führt, geht dafür aber länger, jedoch nicht so steil Berg auf. Und dann passiert es! Wir verlaufen uns fast. Wir stehen an einer Kreuzung mitten im Wald. Keine Schilder, keine Menschen und die Karte gibt auch nichts her. Zum Glück haben wir noch das GPS mit dem Track der letzten Wanderung und so finden wir schnell zurück auf den Hexenstieg. So war das GPS doch noch zu was gut, denn eigentlich wollte Stefan damit die restlichen Caches suchen, die am Weg liegen, aber er hat vergessen, dass er zwischenzeitlich auf Dienstreise in Leipzig war und die Harzer Datenbank überschrieben hatte. So kannte das GPS nur die Cache's aus dem Großraum Leipzig. Weiter gehts....immer durch den Wald, am Dammgraben entlang. Stefan findet den Weg schön und Felix mega langweilig. Zum Glück ist es nicht weit und wir erreichen unsere Hütte am Förster-Ludewig-Platz. Auf der Tour mit Nico mussten wir uns die Hütte mit anderen teilen, diesmal bleiben wir allein. Wir versuchen uns im kalten Fluss zu waschen, aber wir schaffen es auf Grund der Temperaturen nur kurz die Füße hinein zu stecken. Wir legen uns früh schlafen und versuchen auf den harten Bänken Schlaf zu finden. Im Hintergrund rauscht der Bach. Ach wie schön war doch die letzte Nacht.....ruhig und weich unterm Sternenhimmel....



 


Sonntag

Früh geht es weiter. Das Frühstück ruft! Bis nach Torfhaus folgen wir dem interessantesten Weg unserer Route. Schmale Wege, Trampelpfade, Kletterstiege und die "steile Wand". Ein Weg, auf der einen Seite Fels, auf der anderen Seite Abgrund. In Torfhaus angekommen geht es wieder ins Halali zum Frühstücksbuffet und vollgestopft mit Köstlichkeiten aller Art geht es weiter zum Brocken. Auf dem Weg dort hin entdeckt Felix einfach so einen Cache am Weg. Tja, geschultes Auge... So haben wir wenigstens einen loggen können. Schnell biegen wir den Wanderweg zum Brocken ab und wandern nach Schierke. Felix ist kaputt und so wird jeder Meter zur Qual, aber er hält durch. In Schierke gehen wir in die Touriinfo und treffen auf die gleiche Dame wie beim letzten Mal. Wieder dürfen wir unsere Tickets am Bürorechner buchen und Felix bekommt Schildchen für seinen Wanderstock. Dann bekommen wir von der Dame noch den Tipp, wo es eine weitere Hütte gibt. Das Wetter soll in der Nacht schlecht werden und so bevorzugen wir ein Dach über den Kopf. Wir essen einen netten Eisbecher und versuchen die Hütte zu finden, was nicht einfach ist, da der Weg, welcher auf der Karte zu sehen ist, nicht zu existieren scheint. Aber wir finden sie doch noch, an einer altem stillgelegten Bobbahn. Die Bänke sind schräg und die Nacht wird unruhig, aber es war gut, dass wir ein Dach über den Kopf hatten. Der Regen ist lang und heftig.



Montag

Wir gehen in den Ort und frühstücken beim Bäcker, bevor wir zum Schmalspurbahnhof Schierke wandern, der sich beim Schierker Feuerstein befindet. Felix ist fit ohne Ende und klettert wie eine Bergziege über eine Stunde über die hohen Felsen, bevor wir der ersten Brockenbahn des Tages bei der Abfahrt zuschauen. Wir schaffen es, einen Bus früher zu erwischen und fahren nach Wernigerode. Dort haben wir über eine Stunden Aufenthalt und laufen durch die schicke Innenstadt. Felix will unbedingt eine hübsche Kirche anschauen. Auf dem Rückweg fotografieren wir noch die Brockenbahn. Als wir am Bahnhof stehen und auf den Zug warten, fällt Felix 5 Minuten vor Fahrt auf, dass er seinen Wanderstock dort vergessen hat, wo wir die Brockenbahn fotografierten. Er rennt los und mir ist klar, dass er das nicht schaffen kann. Wenn wir diesen Zug nicht kriegen, verpassen wir auch den Anschluss. Unser Ticket ist fest auf die Züge gebucht und so müssen wir uns dann wohl ein neues Ticket kaufen.....Zum Glück hat der Zug Verspätung und Felix kommt noch rechtzeitig komplett verausgabt angerannt. Er hat den Stock dabei und wir können fahren.....

Eine tolle Wanderung! Felix hat es auch Spaß gemacht und er möchte wieder mal wandern. Also bringen wir den Hexenstieg vielleicht bald zu Ende.

 

















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